Heute am 12.10.2011 launcht Apple die neue Version vom mobilen Betriebsystem iOS. Eine der zentralen Neuerungen: Twitter ist nicht mehr nur eine App, sondern integraler Bestandteil des Systems. So lässt sich aus fast jeder Applikation nun ein Tweet absetzen - eine Tatsache, die dem ewigen Zweiten (Facebook ist die unerreichte Nummer eins) einiges an Zuwachs bescheren wird.
Al Gore's neues Buch wurde heute nicht als "klassisches" eBook im ePub Format für iBooks & Kindle veröffentlicht, sondern als interaktive iPad App, bis zum Rand vollgestopft mit Videos und interaktiven Elementen. Ansich nichts neues, wurde ja in den ersten Tagen des iPads bereits die glorreiche Zukunft der interaktiven Buches heraufbeschworen (u.a. mit dieser Alice App).
Bis heute fehlte es aber an einer effizienten Umsetzbarkeit solcher "Books 2.0". Mike Matas (vormals Designer bei Apple) gründete daher PushPopPress und entwickelte ein Framework um solche Werke in Zukunft standardisiert, schnell, aber vor allem intuitiv & visuell aufregend umsetzen zu können. Das 2min Demo Video ist jedenfalls sehr vielversprechend. Es wird sich nun weisen, ob wir neben dem offensichtlich sehr geeigneten Edutainment Bereich auch spannende Umsetzungen aus der Fiktion sehen werden.
Aus Usersicht wäre es jedenfalls gut, wenn sich das PushPopPress Framework als Standard durchsetzt, damit ein Wildwuchs an verschiedenen Navigations- u. Interaktionsmöglichkeiten wie bei den iPad Magazinen (Wired, TheDaily, DieZeit & Co...) unterbunden wird.
Das gestern vorgestellte Apple iPad konnte zwar die hohen Erwartungen an das Tablet Konzept nicht so ganz erfüllen. Reduziert man allerdings das iPad einzig auf den Webbrowser ergibt sich ein sehr spannendes mobiles Internet Device. Die ScreenSize, Multitouch und die Geschwindigkeit des iPads sind nahezu perfekt dafür geeignet.
Daher wird es spannend sein zu beobachten inwieweit mobileSafari und osX Safari sich in Zukunft vereinigen werden. Flash Support & real Tab Browsing, neue Broswer-Finger-Gestiken wären wichtige Verbesserungen und hoffentlich erkennt Apple die Wichtigkeit einer offenen Plattform und lässt auch Browser wie Firefox, Chrome und Opera zu. Kartellamt Klagen wären ansonsten (hoffentlich) die Folge.
Das iPhone hat sich in vergangen 3 Jahren als Fahnenträger der Touch-Handheld Generation etabliert. Die Webkit-Engine ist zum defakto Standard geworden. Dementsprechend werden immer öfter Websites mit iPhone/Android angepasstem Interfaces ausgespielt. Und diese Entwicklung ist erst am Anfang. Daher stellt sich die Frage, was Webdesigner nun mit der Einführung des iPads beachten müssen.
Auflösung
Hier trifft man beim iPad auf eine gute alte Bekannte. Die Auflösung beträgt 1024x768. Allerdings muss man den Landscape und den Portait Modus beachten. Wie beim iPhone wird wohl vielmehr die Portraitansicht beim Surfen verwendet werden, was somit der Ansicht 768x1024 entspricht. Womit wir wiederum sehr nahe an der 800px Grenze liegen, die jahrelang als max. Breite im Webdesign galt und zuletzt mehr und mehr auf die 960px ausgeweitet wurde. Ob das iPad diesen Trend maßgeblichen beeinflussen wird, ist zu bezweifeln. Zumal das iPad Websites mit 960px Breite auto-resizen wird.
Will man trotzdem seine Website in einem angepassten Stylesheet für das iPad ausliefern ist demenstprechend auf die Breite von 768 zu optimieren. Scrollbalken sind dabei wie beim iPhone nicht zu beachten.
User Agent
Spannend auch die Frage mit welchen UserAgent sich das iPad identifiziert. Momentan leiten ja viele Websites bei Aufruf mit UserAgent "AppleWebkit/Mobile" auf angepasste Versionen um. Hier wird man eventuell die Scripts ändern müssen um das iPad nicht auf die 320px iPhone Versionen weiterzuleiten.
Multitouch
Das iPad ist nach dem iPhone der zweite Vorbote der Multitouch Zukunft. Die Entwicklung hin zu großzügigeren Buttons und höheren Schriftgrößen ist daher nur eine Frage der Zeit um der Bedienung mit Fingern zu entsprechen.
Fazit
Das iPad wird Browser und Surfverhalten nicht revolutionär verändern, aber bei Erfolg vielleicht einen neuen GeräteTypus etablieren, der für Webdesigner einen Rückgang der Standardauflösung und eine stärke Berücksichtigung der Fingerbedienung bedeuten könnte.