Chevrolet, Doritos und Pepsi haben eines gemeinsam: ihre Werbespots für die gestrige SuperBowl wurden allesamt von Fans und Markenanhängern gedreht.
Wie das geht? Chevy hat einen Contest gelauncht und aus 197 Einreichungen ausgewählt. Doritos hatte 6.100 Beteiligte und profitiert davon, dass bereits seit 2007 Spots von Fans verwendet werden.
Warum das funktioniert? Eine Werbebotschaft, die von Markenanhängern kommt, kommt bei Markenanhängern besser an! Und wenn ein Spot schon vor der TV-Ausstrahlung 1.3 Millionen Views auf YouTube sammelt, stört das auch nicht.
Du sitzt im Kino, siehst dir einen Thriller an. Getuschel, Cola–Geschlürfe, Chips-Geknabber. Der Hauptdarsteller steht vor einem verlassenen, dunklen, knarrenden Haus. Er ist gerade dabei, es zu betreten. Suspense-Music dringt dir an die Ohren. Der Kinosaal hält förmlich den Atem. Mitfiebernd, willst du dem Protagonisten am liebsten zurufen „Geh da nicht rein!“ – doch er tut’s natürlich trotzdem.
Das geht auch anders. „Social Film“ nennt sich eine neue Variante des user-generated content. Hier bestimmt die Community, wie die Handlung eines Films weitergeht. The Inside Experience baut auf diesem Prinzip auf. Via Facebook, Twitter, oder YouTube können User in Realtime mit der Titelrolle interagieren und so den Ausgang der Geschichte mitbestimmen. Die von der Community bestimmten Entwicklungen werden dann in Videoform veröffentlicht. Wobei hier geschickt user-generated content mit vorab gedrehten Szenen vermischt wird.
Dieses komplett neue Genre wird durch D.J. Caruso (u.a. Disturbia) entsprechend in Szene gesetzt, während Emmy Rossum (u.a. Mystic River, The Day After Tomorrow) die Hauptrolle übernimmt.
Dass dieses Format funktioniert, zeigen die Zahlen: 4,8 Mio. Video-Views, 12.000 YouTube-Subscriber, 3000, bzw. 4000 Follower auf Twitter und 20.000 bzw. 50.000 Fans auf Facebook – die im aktiven Austausch miteinander stehen.
Ob sich dieses Genre in der Filmbranche durchsetzen wird, bleibt wohl abzuwarten. „Social Film“ ist jedoch ein weiteres Zeichen dafür, dass sich der Trend der sozialen Medien auf immer mehr Lebensbereiche ausbreitet. So wurde beipsielsweise mit „Life in a Day“ bereits die erste Crowd-Sourced-Dokumentation erfolgreich in den amerikanischen Kinos gelauncht.
Noch vor ein paar Jahren wurden User Wettbewerbe fast ausschließlich über Jurybewertungen abgehandelt. Die Experten galten hier als Sprachrohr der Bevölkerung und des guten Geschmacks. Heutzutage gehört Online-Voting schon als Standard zu jedem guten Fotowettbewerb. Nikon macht es mit der Aktion ICH BIN DER FOTOWETTBEWERB eindrucksvoll vor. Mit rund 30.000 Einsendungen und einem Spitzenreiter von über 4.000 Votes zählt der Bewerb sicher zur Rubrik „Best Practice“.
Spannend zu beobachten ist auch, dass es verstärkt zu einer Vermischung zwischen „Realer“- und „Online“- Welt kommt. Immer mehr Unternehmen haben erkannt, dass die Meinung ihrer Kunden ein absolut wertvolles Feedback sein kann. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Casting-Shows von heute sich diese Erkenntnis zu nutze machen:
Man muss hier nicht einmal über den großen Teich zu X Factor oder American Idol blicken. Nein, auch nationale Castings wie The Voice 2011 - Österreichs großer Gesangswettbewerb - bedient sich diesem Mechanismus. Hier wird zum großen YouTube Voting aufgerufen. Die Fans haben die Möglichkeit ihren Lieblingskandidaten direkt vom Halbfinale ins Finale zu schicken – mein Favorit ist übrigens Chris Bertl aus dem Video oben.
Persönlich finde ich diesen Weg den einzig Richtigen, denn somit kann der User selbst bestimmen welchen Geschmack er hat und nicht darauf vertrauen, dass ein Experte die richtige Entscheidung trifft.
Xavier Damman aus Belgien ist Mitgründer von Storify.com, einem Startup aus San Francisco, das sich mit dem Kuratieren von Inhalten aus sozialen Netzwerken beschäftigt. Was heißt das?
Aus den vielen Millionen Nachrichten die täglich durch Netzwerke wie Twitter fließen, lässt sich oft nur schwer eine stringente Geschichte, ein Gespräch oder ein Dialog nachvollziehen. Neue Werkzeuge wie Storify oder auch curated.by bieten die Möglichkeit, diese losen Glieder zu einer neuen Ereigniskette zusammenzuschließen - zu einem bestimmten Thema oder zum Nacherzählen eines Events.
Kuratieren kann damit jeder - und dem Thema Storytelling werden ganz neue Türen geöffnet.
Im Video spricht Damman in seinem lustigen Akzent auch über die Zukunft des Startups, in einem zweiten (älteren, von Yammer veröffentlichten) Video erzählt der zweite Mitgründer Bert Herman was Storify ist; und ein drittes offizielles Video erklärt wie es funktioniert.
Google ist sich bewusst, dass die meistgesehenen Videos lange Zeit (vor VEVO und Co) durchgehend von Usern produziert wurden und hat mit dem Trends Blog und dem Trends Dashboard diesem viralen Potential Tribut gezollt. Das Creators Program soll den stetigen Zuwachs an Videocontent sichern.
Das vorgestellte Video ist von Charles Bouril, ein anderer Gewinner ist der Rockmusik-Videocast von Brian O'Dell.
Es war wohl bloß eine Frage der Zeit, bis die Filmindustrie Facebook nicht mehr nur als Themengeber nutzt - Stichwort “The Social Network” - sondern die Plattform selbst für sozial-interaktive Filme verwendet.
Die New Yorker Filmproduktionsfirma “Murmur” hat genau das gemacht und mit “Him, Her and Them” den ersten sogenannten “social film” veröffentlicht.
Der Film ist als Facebook-App konzipiert, mit dem Einloggen betritt man den Facebook-Kinosaal und kann sich die erste Episode ansehen. Dann geht's gleich weiter mit Freunde einladen und jeder Menge interaktiver Tasks. Der Teaser dazu läuft auch auf Youtube.
Nachdem Tim Burton vergangenes Jahr bereits Twitter für seine kreativen Prozesse angezapft hat, tut sich hier wieder ein spannendes neues Feld auf, bei dem abzuwarten bleibt, ob die Inhalte auf der banalen Liebes- bzw. Mysteryebene bleiben, oder sich tatsächlich auch mit dem Medium wandeln.
Bestes Zitat: "Social is tightly woven in anything we do." – Das macht Starbucks zum absoluten Best Practise Beispiel in Sachen FMCG (#1 auf Facebook, Most tweeted brand, ...).
Die voestalpine AG, internationaler Stahlindustriekonzern mit Sitz in Linz, hat mit Jahresbeginn eine dreiteilige Digitalks-Vortragsserie gestartet, um für das Thema Social Media ein breiteres Verständnis im Unternehmen zu schaffen.
Im Video sprechen der Vorstand der voestalpine sowie die Verantwortlichen für die Konzernkommunikation und das Online Media Management über die Eindrücke aus den Vorträgen, die persönliche Sichtweise und die Relevanz von Social Media für die Zukunft.
Im Rahmen der Creative Printing Konferenz am 22. April 2010 in Wien hatten wir die Gelegenheit, ein paar Worte mit Scott Thomas, dem Design Director der Obama Kampagne 2008 zu wechseln. Scott hat bei der Konferenz eine spannende Keynote gehalten und fünf Exemplare seines Buchprojektes Designing Obama mitgebracht (ja, wir konnten eines davon erhaschen).
Wir sprachen über die generelle Rolle von Design für politische Kampagnen und die Unterschiede zwischen Print und Web - ein Spannungsfeld, um das sich auch die ganze Konferenz gedreht hat. Außerdem erzählt Thomas über die Arbeit im Designteam, das zu Beginn nur aus zwei Personen bestand, später aber viele Experten in einer Art Start-Up Situation vereinte. Die Gestaltungsrichtung, die in diesem Team entstand, hat seine Fortführung auch in den vielen neuen Webprojekten (zum Beispiel whitehouse.gov, serve.gov) der Obama Präsidentschaft gefunden. Natürlich waren - auch hier in Österreich - viele Nachahmer dabei, aber Scott Thomas fühlte sich eher geehrt als bloß kopiert und hätte gerne einige von den guten Designern der Knockoffs in sein Team aufgenommen.
Die Zeit nach der Kampagne war nicht einfach, erzählt Scott, aber er konnte durch das Kunstbuch Designing Obama einen formschönen Abschluss finden. Das Buch wurde über Kickstarter, eine Crowdsourcing Plattform für Fundraising finanziert und ist eben erst fertig geworden. Derzeit wird noch an einer iPad App gearbeitet, die das Designbuch adäquat darstellen und in den nächsten Wochen starten sollUPDATE: die iPad App ist ab sofort verfügbar.
Die Frage zu seinem Twitternamen lässt sich auch gut mit seiner Twitter-Bio beantworten: Constantly seeking simple solutions to complex problems.
Im November letzten Jahres ist Foursquare zwar schon "the next big thing" in New York, aber von Gründer Dennis Crowley noch mit "doing things for cellphones" erklärt worden...
...sechs Monate davor im letzten ruhigen und entspannten Interview beschreibt er das Service noch mit Vergleichen (Social City Guide, Friendfinder)...
..völlig gestresst Ende Jänner dann in Amsterdam, mit knackigem 30-Minuten-Vortrag und selbstbewusstem Alleinstellungsmerkmal "Making Cities easier to use" in HD endet die erste Tour durch Europa, die die Nutzung und Wahrnehmung von Foursquare enorm gesteigert hat und auch bis zum Barcamp im kleinen Klagenfurt vorgedrungen ist.
Und als kleine Zugabe ein fünftes Video über die erste Fallstudie aus San Antonio, Texas (ausgerechnet dem Heimatstaat des Konkurrenten Gowalla):