Tag: Simplicity

Auffallend auffallend!

Gastbeitrag von Michael Brunner, WIFI



Für den Werbemarkt wird allgemein erwartet: „Print verliert, Internet gewinnt“. In Zeiten von Smartphones, Tablets und Co. mag das ja durchaus zutreffen, doch bieten gerade neue Technologien in Kombination mit Printwerbung auch spannende Möglichkeiten die „gute alte Printanzeige“ interessant (pimpmyad ;-)) zu gestalten - wie das Beispiel anschaulich demonstriert. Als Ergänzung zur Printwerbung, mittels QR Code am Handy aufgerufen, wird die Werbung - oder hier in diesem Fall ein Lebenslauf - zum multimedialen Ereignis über das man spricht - oder besser ein Ereignis, das mit dem Kunden spricht.

Eine so gestaltete kreative Bewerbung, ein kreatives Inserat, hebt sich durch bestimmte Aspekte von der normalen Standardbewerbung ab. Solche - scheinbar einfachen - Ideen zu generieren (und umzusetzen) erfordert jedoch ein hohes Maß an Fachwissen, das nur durch eine fundierte Ausbildung und intensive Auseinandersetzung mit der Thematik zum Ziel führen kann. Es ist schwieriger als es scheint – gilt oftmals für gutgemache Ideen in der Branche.

Eine Vielzahl von Varianten sind mit dieser pfiffigen Art eine Printwerbung zu „pimpen“ denkbar. Auffallend auffallend so kann man diese Idee umschreiben. Mal Hand aufs Herz! Könnten Sie einem prominenten Testimonial in einer Printwerbung widerstehen? Oder würden Sie wissen wollen was Er/Sie Ihnen zu sagen hat?

Rückblick auf die Einführung des iPhone 2007



Die ersten drei Minuten von diesem Videoausschnitt der allerersten iPhone Keynote 2007 zeigen zwei wesentliche Hintergrundgedanken für die Gestaltung und Innovation des MPG-Interaktionsmodells: das Hinterfragen eines durch und durch dominanten Interface-Konzepts für Mobiltelefone, und die Lösung die vorzeigt dass es sich um eine neue Gattung von Computing devices handeln würde. TRIH, seither gibt es eine Flut von Touch- und Tablet-Geräten am neu definierten Markt.

Seit heute wird in den USA das iPhone erstmals durch beide größten Carrier vertrieben. Historisch für das Gerät, gefeiert wird mit diesem Video:


PS: Die für das revolutionäre GUI der iOS Linie verantwortliche Sarah Brody hat vor wenigen Tagen zu PayPal gewechselt.

Wer erkennt noch die Technologie von gestern?



Ohne Worte. (Das Video ist ohnehin mehrsprachig!)

via frogdesign

NewTwitter, new Twitter CEO



Nun ist es in Wien auch angekommen: das neue Twitter Web Interface. Wieder mal macht Design Schlagzeilen. Bevor man es nicht gesehen und benutzt hat, kann man nicht darüber schreiben.

Etwa eineinhalb Jahre, nachdem Twitter den Interface-Designer Doug Bowman vom Gmail-Team abgeworben hatte, geht nach viel Arbeit am Brand nun das Herzstück der Twitter Experience in ein Redesign: die Twitter.com.

Die Stärken in der Geschichte von Twitter lagen von Beginn an in der Offenheit, die eine Vielzahl von Twitter Clients möglich machte - für alle Bedürfnisse, Zielgruppen und Geräte gibt es Twitter Clients. Erst vor kurzem begann Twitter damit, diese vielschichtigen Möglichkeiten einer besseren oder schlechteren User Experience wieder stärker unter Kontrolle bringen zu wollen. Konsequenz war die Übernahme von Tweetie - der neuen offiziellen Twitter App für das iPhone. Mit Twitter for iPad pioniert das Team neue Interaktionsmodelle am Tablet.

Nun versucht Twitter mit der Neugestaltung der Webapp nicht nur ein Redesign, sondern auch eine Neuinterpretation des Web und der Experience, Webinhalte zu konsumieren. Diese Entwicklung hin zu Instream Rich Media hat vor zwei Jahren auch Facebook gesetzt. Technisch ist das neue Web Interface wie jeder andere Client an der API angebunden.

Twitter wagt aber ein Experiment: das Service war simpel. 140 Zeichen. Innovation kam stets von außen (Replies, Hashtags, - sie alle kamen von Usern), erst mit Twitter Lists hat man begonnen selbst Impulse zu setzen. Der Wachstums-Kurs wurde begleitet von gewachsener Komplexität. Twitter war immer mehr als die 140 Zeichen. Aber das war nicht sichtbar. Jetzt hat Twitter diesen Schritt gesetzt, und das Ausmaß des Information Overload sichtbar gemacht. Auf Kosten der Simplicity.

Twitter hat Echtzeitsuche, Finanzierungsmodelle und Nachrichtenkonsum revolutioniert. Wie geht die Revolution weiter?

Im folgenden Video versucht Ex-CEO Evan Williams etwas an die Wand gedrängt das Phänomen zu erklären:



Design is News.

NYTimes Infografik: gestalten zwischen Bild & Text




Die Designabteilung der New York Times gehört zu den innovativsten und besten im Web und hat schon öfter hier im Videoblog gespielt.

Der Gestalten Verlag hat eine Kurz-Doku über das Team und deren Arbeit gedreht und blickt auf das Selbstverständnis der handelnden Personen.

Sie sehen sich als Editors - denn allein schon wegen des oft beschränkten Platzangebots (zB auf der dicht gedrängten Startseite) muss der zu visualisierende Inhalt stark überarbeitet und auf den Punkt gebracht werden. Genauso wie jeder schreibende Journalist sind auch die Infografiker vor Ort unterwegs - etwa im Irak – dann aber ohne jegliche Technik, nur mit Notizblock.

Die Liste an herausragenden Beispielen ist lange und wird täglich länger.

Siehe auch:
TED Talk "The beauty of data visualization" mit David McCandless von Information is beautiful – mit dem aktuellen Beitrag zu Cognitive Surplus, ein von Clay Shirky geprägter Begriff.

Scott Thomas über Designing Obama und das iPad



Im Rahmen der Creative Printing Konferenz am 22. April 2010 in Wien hatten wir die Gelegenheit, ein paar Worte mit Scott Thomas, dem Design Director der Obama Kampagne 2008 zu wechseln. Scott hat bei der Konferenz eine spannende Keynote gehalten und fünf Exemplare seines Buchprojektes Designing Obama mitgebracht (ja, wir konnten eines davon erhaschen).

Wir sprachen über die generelle Rolle von Design für politische Kampagnen und die Unterschiede zwischen Print und Web - ein Spannungsfeld, um das sich auch die ganze Konferenz gedreht hat. Außerdem erzählt Thomas über die Arbeit im Designteam, das zu Beginn nur aus zwei Personen bestand, später aber viele Experten in einer Art Start-Up Situation vereinte. Die Gestaltungsrichtung, die in diesem Team entstand, hat seine Fortführung auch in den vielen neuen Webprojekten (zum Beispiel whitehouse.gov, serve.gov) der Obama Präsidentschaft gefunden. Natürlich waren - auch hier in Österreich - viele Nachahmer dabei, aber Scott Thomas fühlte sich eher geehrt als bloß kopiert und hätte gerne einige von den guten Designern der Knockoffs in sein Team aufgenommen.

Die Zeit nach der Kampagne war nicht einfach, erzählt Scott, aber er konnte durch das Kunstbuch Designing Obama einen formschönen Abschluss finden. Das Buch wurde über Kickstarter, eine Crowdsourcing Plattform für Fundraising finanziert und ist eben erst fertig geworden. Derzeit wird noch an einer iPad App gearbeitet, die das Designbuch adäquat darstellen und in den nächsten Wochen starten soll UPDATE: die iPad App ist ab sofort verfügbar.

Die Frage zu seinem Twitternamen lässt sich auch gut mit seiner Twitter-Bio beantworten: Constantly seeking simple solutions to complex problems.

Prince Philip spricht auf YouTube über TV



Normalerweise nur in Klatschspalten, hat sich Prince Philip letzte Woche durch Kritik am Design von Fernsehgeräten Gehör verschafft. Im Interview mit Kevin McCloud spricht er überraschend kompetent über seine Leidenschaft für Design.

Interessant bei dieser Geschichte ist weniger die Tatsache, dass Print und TV sich über seine Aussagen amüsieren, sondern dass Prince Philip ganz einfach Recht hat: die Bedienung eines Fernsehers in unnotwendig komplex.

Zweite Tatsache, die überrascht: das TV-kritische Interview wird im YouTube Channel der Royals veröffentlicht.

Diese Besonderheit wird zwar in der AP Aussendung erwähnt, allerdings wird in keiner einzigen zitierenden Quelle (nicht einmal in der Huffington Post) das Video eingebunden. Allein TechCrunch zeigt das Video - und trotzdem kommt es tagelang nicht über 10.000 Views hinaus.

Prince Philip hat im Rahmen des Prince Philip Designers Prize berechtigte Kritik an Industrial Design geübt, das seine Altersgruppe ignoriert ("Why can't you have a handset that people who are not 10 years old can actually read?") - und er hat diese Kritik im Spannungsfeld zwischen alten und neuen Medien, zwischen Presseaussendung und Blogs, zwischen Broadcasting und Conversation – wenn auch nicht bewusst, aber dennoch geschickt platziert.

Tim O'Reilly Homevideo



Abseits vom hektischen Silicon Valley hat Tim O'Reilly (twittert für 29.000 Follower) auf seinem Privatgrundstück ein langes exklusives Interview gegeben, und das niemand geringerem als Drue Kataoka, einer aus Tokyo stammenden Sumi-E-Künstlerin ("Silicon Valley's Artist in Residence"). Ganz ungezwungen spricht O'Reilly über sein Leben - und kocht sogar vor laufender Kamera!

Kataoka schlägt in ihren Arbeiten die Brücke zwischen dem modernen, hochtechnologischen Valley Lifestyle und traditioneller asiatischer Malerei mit dem Zen Touch. Auf ihrem YouTube-Channel (ValleyZen) finden sich viele Videos mit Startup-CEOs, die ihr Schaffen aus der Zen-Perspektive betrachten (wie etwa Logitechs Mitgründer Daniel Borel über die milliardste Maus). Ein Muss ist dabei die Pfeife in der Hintergrundmusik.

Vom Tim O'Reilly Interview gibt's Gerüchten zufolge noch weitere Folgen, Fotos davon sind jetzt schon auf Flickr zu sehen.

PS: Drue hat angeboten, heftig über dieses Knallgrau.tv-Posting zu twittern - mal sehen ob sie Wort hält!

Kompliziertes Internet, leicht erklärt



Schon etwas älter, aber immer noch gut: Common Craft aus Seattle erklärt in einfachen Worten die komplexen Phänomene im Web des 21. Jahrhunderts - in dieser Episode den Begriff Social Media.
Hinter der Serie "Explanations in Plain English" stehen nur zwei Personen, die aber schwergewichtige Kunden wie Google und Microsoft betreuen. Das Ehepaar verwendet für die Herstellung der Videos ausschließlich Papier auf Whiteboard und arbeitet von zu Hause aus. Das macht die Sache wohl einfacher.

Die Verbreitung der Clips erledigen Common Craft natürlich via YouTube, Vimeo und Co.
Der Social-Media-Clip ist auch in einer Version mit deutschen Untertiteln verfügbar.