Tag: Regierung

Kommunikationsschnittstellen heute und anno dazumal



Sonntag hab ich auf arte den spannenden "Die drei Tage des Condor" gesehen: ein Spionagekrimi von Sydney Pollack aus dem Jahr 1975, mit Robert Redford und Faye Dunaway.

Was hat sich seit damals verändert? Telefonie klingeln nicht mehr so laut, die Türme des World Trade Center stehen nicht mehr und ihr Einsturz gehört zu den meistgesehenen Ereignissen des Jahrzehnts. Und was damals als ultramodern von der CIA eingesetzt wurde, ist heute alltäglich.

Was hat sich nicht verändert? Nach wie vor gelten amerikanische Filme als Speerspitze des technisch machbaren und zeigen ihre Vision des "Ultramodernen".

Der Mann dahinter: Mark Coleran. Er gestaltet die atemberaubenden, aber nur mehr oder weniger ernst zu nehmenden Interfaces, die in Avatar oder CSI über Bildschirme in aller Welt huschen. Gizmodo hat ihn ausführlich und treffend gewürdigt: Ridiculous User Interfaces In Film, and the Man Who Designs Them.

Hier sein Showreel:



Und dank User generated content wissen wir, wie die New Yorker Straße, in der die ersten Szenen von "Die drei Tage des Condor" gedreht wurden, heute aussieht.

Hajek videobloggt.



Wie Robert Misik neidlos zusammenfasst: Österreich hat einen zweiten Videoblogger! Und das ist Peter Hajek, Exlusivblogger vom DATUM.

Zwei Folgen sind bisher erschienen, im ersten Video ging es natürlich um die Studentenproteste, aktuell dann um Pröll vs Faymann vs Molterer vs 2010.

Die Videos sind im Interviewformat gedreht - eine gegenüber Robert Misiks Handkamera mit offenem Blick in die Linse recht ungewöhnliche und beruhigte Form des Bewegtbilds.

Wir wünschen jedenfalls unserem Kunden DATUM ein herzliches Willkommen in der Welt der Videoblogs!

PS: Ich blogge, also bin ich: Ö1 Radiokolleg von Beate Firlinger (@befir) über Freud und Leid des Ich-Formats, u.a. mit den Twitterern Armin Wolf (@ArminWolf), Max Kossatz (@Karli) und Jana Herwig (@digiom) - zum Nachhören.

Michael Wesch: "The Machine is (Changing) Us"



Michael Wesch ist US-Professor of the Year für Kulturanthropologie an der Kansas State University und produziert in regelmäßigen Abständen historische Videos mit Millionenpublikum.

Am Personal Democracy Forum im New Yorker Lincoln Center sprach er über "YouTube and the Politics of Authenticity" und beleuchtete die (gesellschafts-)politischen Veränderungen und deren Auswirkungen auf unsere Kommunikation und die Medienwelt. Frei nach Marhsall McLuhan also, der sagte "we shape our tools, thereafter our tools shape us".

Neue Infografiken bei Google



Google macht einen großen Schritt zur Visualisierung von öffentlich-statistischen Daten wie etwa zu Arbeitslosigkeit oder Bevölkerungszahlen. Wie Andrew Vande Moere von der Designfakultät der Uni Sydney in seinem Blog Informations Aesthetics beschreibt, findet derzeit vor allem in Amerika eine große Diskussion rund um data.gov (eine öffentliche Plattform für Regierungsdaten und Datenschutz) und die Sinnhaftigkeit von breit zugänglichen Infografiken für komplexe statistische Zahlen statt.

Mit der Übernahme des schwedischen "Trendalyzer" vor zwei Jahren legte Google den Grundstein für eine massentaugliche Datenvisualisierung. Derzeit sind natürlich nur US-amerikanische Daten abrufbar und die Adresse google.com/publicdata leitet noch auf die Google-Startseite um.

Wahlkampf 2.0



Großes Medienecho bekam Thomas Gensemer bei seinem Österreich-Besuch am Arlberg vor einem Monat. Der Chefstratege im Online-Wahlkampf von Barack Obama hat mit seinem Demokraten-nahen Unternehmen Blue State Digital internationale Bühne betreten.

Jetzt versucht man auch in Europa, die erfolgreichen Modelle im Wahlkampf anzuwenden. Allerdings gehen die Meinungen auseinander, ob Strategien einfach so kopiert werden können. In Deutschland als auch in Österreich stehen noch einige große Wahlen vor der Tür, für die sich die Kandidaten rüsten. Gesamteuropäisch aufsehenerregend wird die EU-Wahl im Juni sein, bei der sicher auch neue Benchmarks zu beobachten sein werden.

Im Video oben spricht Thomas Gensemer mit dem Guardian ("Is this man the future of politics?") und gibt unter anderem Empfehlungen für die britische Labour-Partei: "You nee to spoon-feed people to get them really involved."

Tim O'Reilly am Transparency Camp



Verlagschef Tim O'Reilly fasst zusammen, was am Transparency Camp Ende Februar in Washington DC diskutiert wurde: kann Web-Technologie dabei helfen, Regierungsarbeit transparenter für alle zu machen. Damit beschäftigt sich auch das W3C in einem Working Draft: Improving Access to Government through Better Use of the Web. An der Diskussion zum exemplarischen Projekt mit dem Arbeitstitel data.gov beteiligt sich auch das Magazin Wired mit einem umfassenden Wiki-Artikel.
Der offizielle Ausgangspunkt der Transparency-Idee ist die Aussendung des Weißen Hauses vom 15. März 2009.

PS: weitere tolle Videos vom Transparency Camp und Tim O'Reillys schriftliche Gedanken zum Thema, sowie die als Zentrale agierende Webseite von Carl Malamud, der seit den 80er Jahren Pionierarbeit für die (elektronische) Zugänglichkeit von Regierungsdokumenten leistet (via infosthetics).