Tag: Politik

Scott Thomas über Designing Obama und das iPad



Im Rahmen der Creative Printing Konferenz am 22. April 2010 in Wien hatten wir die Gelegenheit, ein paar Worte mit Scott Thomas, dem Design Director der Obama Kampagne 2008 zu wechseln. Scott hat bei der Konferenz eine spannende Keynote gehalten und fünf Exemplare seines Buchprojektes Designing Obama mitgebracht (ja, wir konnten eines davon erhaschen).

Wir sprachen über die generelle Rolle von Design für politische Kampagnen und die Unterschiede zwischen Print und Web - ein Spannungsfeld, um das sich auch die ganze Konferenz gedreht hat. Außerdem erzählt Thomas über die Arbeit im Designteam, das zu Beginn nur aus zwei Personen bestand, später aber viele Experten in einer Art Start-Up Situation vereinte. Die Gestaltungsrichtung, die in diesem Team entstand, hat seine Fortführung auch in den vielen neuen Webprojekten (zum Beispiel whitehouse.gov, serve.gov) der Obama Präsidentschaft gefunden. Natürlich waren - auch hier in Österreich - viele Nachahmer dabei, aber Scott Thomas fühlte sich eher geehrt als bloß kopiert und hätte gerne einige von den guten Designern der Knockoffs in sein Team aufgenommen.

Die Zeit nach der Kampagne war nicht einfach, erzählt Scott, aber er konnte durch das Kunstbuch Designing Obama einen formschönen Abschluss finden. Das Buch wurde über Kickstarter, eine Crowdsourcing Plattform für Fundraising finanziert und ist eben erst fertig geworden. Derzeit wird noch an einer iPad App gearbeitet, die das Designbuch adäquat darstellen und in den nächsten Wochen starten soll UPDATE: die iPad App ist ab sofort verfügbar.

Die Frage zu seinem Twitternamen lässt sich auch gut mit seiner Twitter-Bio beantworten: Constantly seeking simple solutions to complex problems.

Scott Thomas in Wien: Designing Obama



UPDATE: Das Interview mit Scott Thomas ist jetzt online!

Der Design Director der Obama Kampagne, Scott Thomas, kommt nach Wien. Er wird im Rahmen der Creative Printing Konferenz am 22. April zum Schwerpunkt Crossmedia eine Keynote halten und sein Buch Designing Obama vorstellen.

Wir sind dabei und bringen ein kleines Interview mit Scott hier im Videoblog.

Als Vorgeschmack oben ein Ausschnitt aus seiner Keynote auf der 99% Konferenz in New York vom Mai 2009.

Kommunikationsschnittstellen heute und anno dazumal



Sonntag hab ich auf arte den spannenden "Die drei Tage des Condor" gesehen: ein Spionagekrimi von Sydney Pollack aus dem Jahr 1975, mit Robert Redford und Faye Dunaway.

Was hat sich seit damals verändert? Telefonie klingeln nicht mehr so laut, die Türme des World Trade Center stehen nicht mehr und ihr Einsturz gehört zu den meistgesehenen Ereignissen des Jahrzehnts. Und was damals als ultramodern von der CIA eingesetzt wurde, ist heute alltäglich.

Was hat sich nicht verändert? Nach wie vor gelten amerikanische Filme als Speerspitze des technisch machbaren und zeigen ihre Vision des "Ultramodernen".

Der Mann dahinter: Mark Coleran. Er gestaltet die atemberaubenden, aber nur mehr oder weniger ernst zu nehmenden Interfaces, die in Avatar oder CSI über Bildschirme in aller Welt huschen. Gizmodo hat ihn ausführlich und treffend gewürdigt: Ridiculous User Interfaces In Film, and the Man Who Designs Them.

Hier sein Showreel:



Und dank User generated content wissen wir, wie die New Yorker Straße, in der die ersten Szenen von "Die drei Tage des Condor" gedreht wurden, heute aussieht.

Hajek videobloggt.



Wie Robert Misik neidlos zusammenfasst: Österreich hat einen zweiten Videoblogger! Und das ist Peter Hajek, Exlusivblogger vom DATUM.

Zwei Folgen sind bisher erschienen, im ersten Video ging es natürlich um die Studentenproteste, aktuell dann um Pröll vs Faymann vs Molterer vs 2010.

Die Videos sind im Interviewformat gedreht - eine gegenüber Robert Misiks Handkamera mit offenem Blick in die Linse recht ungewöhnliche und beruhigte Form des Bewegtbilds.

Wir wünschen jedenfalls unserem Kunden DATUM ein herzliches Willkommen in der Welt der Videoblogs!

PS: Ich blogge, also bin ich: Ö1 Radiokolleg von Beate Firlinger (@befir) über Freud und Leid des Ich-Formats, u.a. mit den Twitterern Armin Wolf (@ArminWolf), Max Kossatz (@Karli) und Jana Herwig (@digiom) - zum Nachhören.

Thomas Gensemer: Schlüssel zum Marketing-Erfolg



Thomas Gensemer von Blue State Digital haben wir schon einmal vorgestellt. Im Interview mit dem Business Insider spricht er natürlich über den Obama-Wahlkampf, aber auch über die grundsätzlich Art seiner Arbeit für viele politische und Non-Profit Organisationen.

Gensemer betont immer, dass die Botschaft wichtiger ist als die Funktionalität oder die Technologie und dass letzteres immer nur als Mittel zum Zweck dienen kann, aber gut und einfach funktionieren sollte und sehr wohl einen Unterschied macht. Weiters spricht er über die "Nimble Young Minds" in seinem Team und wie essentiell es ist, sich mit dem Kampagnenziel zu identifizieren – was bei typischen "Guten Zweck"-Projekten von NGOs vielleicht leichter fällt, dafür diese Kunden aber kein "easy sell" sind.
Schließlich gehört zur Verbreitung der Botschaft die User Experience und der gefühlte persönliche Austausch mit der Kampagne. Viele kleine Schritte und individualisiertes Messaging nähren Courage und Partizipation.

Der Nachhall der Obama-Kampagne nimmt kein Ende - im November erscheint eine Art Kunstbuch von Design Director Scott Thomas, das vor allem graphische Auseinandersetzungen zeigt.

Michael Wesch: "The Machine is (Changing) Us"



Michael Wesch ist US-Professor of the Year für Kulturanthropologie an der Kansas State University und produziert in regelmäßigen Abständen historische Videos mit Millionenpublikum.

Am Personal Democracy Forum im New Yorker Lincoln Center sprach er über "YouTube and the Politics of Authenticity" und beleuchtete die (gesellschafts-)politischen Veränderungen und deren Auswirkungen auf unsere Kommunikation und die Medienwelt. Frei nach Marhsall McLuhan also, der sagte "we shape our tools, thereafter our tools shape us".

Wahlkampf 2.0



Großes Medienecho bekam Thomas Gensemer bei seinem Österreich-Besuch am Arlberg vor einem Monat. Der Chefstratege im Online-Wahlkampf von Barack Obama hat mit seinem Demokraten-nahen Unternehmen Blue State Digital internationale Bühne betreten.

Jetzt versucht man auch in Europa, die erfolgreichen Modelle im Wahlkampf anzuwenden. Allerdings gehen die Meinungen auseinander, ob Strategien einfach so kopiert werden können. In Deutschland als auch in Österreich stehen noch einige große Wahlen vor der Tür, für die sich die Kandidaten rüsten. Gesamteuropäisch aufsehenerregend wird die EU-Wahl im Juni sein, bei der sicher auch neue Benchmarks zu beobachten sein werden.

Im Video oben spricht Thomas Gensemer mit dem Guardian ("Is this man the future of politics?") und gibt unter anderem Empfehlungen für die britische Labour-Partei: "You nee to spoon-feed people to get them really involved."

Iran: A Nation of Bloggers



Dieses "infographic"-Projekt von vier Studenten der Vancouver Film School (Aaron Chiesa, Hendy Sukarya, Lisa Temes and Toru Kageyama ) im Stil von Marjane Satrapis verfilmten Graphic Novels Persepolis setzt das Thema Social Media in einen anderen Kontext als gewohnt.

Übrigens: Seit mehr als 100 Tagen ist der iranisch/kanadische "Blogfather" Hossein Derakhshan (a.k.a. hoder) nun aufgrund fadenscheiniger Vorwürfe in einem iranischen Gefängnis inhaftiert.
Auf Facebook gibts dazu schon eine Gegenbewegung die unter dem Titel Free Hossein Derakhshan protestiert.

Für alle, die mehr über die täglichen Anstrengungen, Siege und Niederlagen kritischer Blogger rund um die Welt erfahren wollen:
Committee to protect bloggers, Global Voices, Reporters without borders

Tim O'Reilly am Transparency Camp



Verlagschef Tim O'Reilly fasst zusammen, was am Transparency Camp Ende Februar in Washington DC diskutiert wurde: kann Web-Technologie dabei helfen, Regierungsarbeit transparenter für alle zu machen. Damit beschäftigt sich auch das W3C in einem Working Draft: Improving Access to Government through Better Use of the Web. An der Diskussion zum exemplarischen Projekt mit dem Arbeitstitel data.gov beteiligt sich auch das Magazin Wired mit einem umfassenden Wiki-Artikel.
Der offizielle Ausgangspunkt der Transparency-Idee ist die Aussendung des Weißen Hauses vom 15. März 2009.

PS: weitere tolle Videos vom Transparency Camp und Tim O'Reillys schriftliche Gedanken zum Thema, sowie die als Zentrale agierende Webseite von Carl Malamud, der seit den 80er Jahren Pionierarbeit für die (elektronische) Zugänglichkeit von Regierungsdokumenten leistet (via infosthetics).

Technologie und Transparenz in der Obama Administration



Schöner Ausschnitt aus der Veranstaltung "Wiki White House" der New America Foundation vom Jänner 2009, die sich die Frage stellt, ob die Obama Administration es schaffen kann, den Regierungsapparat mit Hilfe von moderner Technologie auf den neuesten Stand zu bringen. Ellen Miller von der Sunlight Foundation bringt auf den Punkt, dass eine Regierung transparent entstehen muss und nicht abgeschirmt ("born open, not born secret", vgl. Angelobungsparade Bush vs. Obama).
Was die neue US-Regierung von früheren unterscheidet ist laut Miller die hohe Priorität von Social Media Aktivitäten ("use of social media becomes a government-wide priority").

Das Video der Podiumsdiskussion gibt es auch in voller Länge (ca. 80 Minuten).

Von deutschen Politikern ist in den letzten Jahren vor allem diese von Kindern geführte Interviewserie zum Thema Internet in Erinnerung geblieben.