Tag: History

Werbung im Internet: Verbreiten von Botschaften



Ursprünglich sollte hier das Video "What is Google Wave?" zu sehen sein – ein Hilferuf für eine von 100.000 Einladungen zur Preview zu bekommen; aber auch eine sehr gut gemachte Erklärung, warum Wave der Versuch eines Evolutionsschritts vom vor 40 Jahre erfundenen Email ist. Das Video hatten innerhalb von zwei Tagen eine Viertel Million Menschen gesehen.

Dann aber entdeckte ich im "Quell-Channel" des Videos das noch interessantere "How the Internet is Changing Advertising" - ein Lehrvideo über die Möglichkeiten von Online Kommunikation mit der Kernaussage, dass jedes Medium seine eigenen Stärken hat, eine Botschaft zu verbreiten: das war im Print Text und Bild in Form von Anzeigen, beim Radio der gesprochene Text und Musik, beim Fernsehen kam das überzeugende Bewegtbild dazu – im Social Web der Gegenwart ist es der Mechanismus des Sharing, der zum Beispiel von gut gemachten Viral Videos angestoßen werden kann.

Sehr schön auf den Punkt gebracht, was wir Social Media Marketing nennen.

Nick Cave schreibt Literatur für iPhone



Nick Cave hat einen Roman geschrieben (The Death of Bunny Munro) und vetreibt ihn als Buch, als Podcast und als iPhone-Applikation (iTunes AppStore), die beides vereint.

Im Video-Interview mit Wired erzählt er, wie er das erste Kapitel auf dem iPhone verfasst, den Roman per Hand zu Ende geschrieben und schließlich gemeinsam mit Warren Ellis die Vertonung vorgenommen hat.

Ein Roman ist nicht mehr automatisch nur ein Buch.

Auch im deutschsprachigen Raum versucht sich neue Literatur in neuen Formaten, wie zum Beispiel die Twitter-Literatur-Preisverleihung am 5.10.2009 oder die preisgekrönten Twitterer der ZIA Berlin.

Johannes B. Kerner über Twitter: "Ist ja alles nicht wichtig"



Darüber kann man sich entweder amüsieren, oder sich ordentlich ärgern: Johannes Kerner mokiert sich in seiner ZDF-Show am 22. September über einen Fake Twitter Account, der auf seinen Namen lautet. Gemeinsam mit seinen großteils journalistischen Studiogästen wird höchst ignorant und abwertend über das in den letzten Monaten weltweit am schnellsten gewachsene Social Media Tool gesprochen.

Selbst ZDF-heute Anchorman Steffen Seibert weiß nicht "was er damit sollte", bringt aber zumindest das Iran-Beispiel als Ausnahmefall. Ein schönes Vorbild wie hierzulande Armin Wolf (gestern nahezu zeitgleich) kommt nicht zur Sprache.

Für all das gibt's im Studio inszenierten Applaus, das Feedback im betroffenen Kanal schaut anders aus: http://search.twitter.com/search?q=kerner+twitter

PS: Bezüglich dem vielen Halbwissen ("ich weiß nicht wie das rechtlich ist") über Fake Accounts - in den USA überprüft Twitter seit einigen Monaten die Echtheit vor allem von Celebrity Accounts und versieht diese mit dem Siegel "Verified Account". Und schöne Siegel sind doch auch etwas, womit Menschen wie Kerner oder Letterman was anfangen können.

PPS: einen längeren Ausschnitt ("Twitter ist die Pest") der Sendung, die ursprünglich die deutsche Bundestagswahl als Thema hatte, findet sich auf Twitreel und in voller Länge in der äußerst schlecht verlinkbaren ZDF Mediathek.

Google Street View: Heile Welt?



Google Japan erklärt in diesem farbenfrohen Video, wie Street View und vor allem das Anonymisieren von Personen, Namen, Kennzeichen und ähnlichem funktioniert – theoretisch.

Denn natürlich ist die Technologie noch immer pannenbehaftet (Beispiel 1, Beispiel 2, Beispiel 3) und das Thema Datenschutz in diesem Zusammenhang immer wieder Stoff für hitzige Diskussionen: zuletzt in der Schweiz.

Auch ein zweites Video richtet sich an Kinder - für viele von ihnen wird die Verwendung von Google Maps und Street View zum Alltag gehören.

Zi8: Kodak probiert Crowdsourcing und Mitbestimmung durch Social Media



Weil dieses Video (und der vorläufige Produktname Zi8) nicht besonders überzeugend ist, schlägt Kodak bei der Markteinführung einer Videokompaktkamera neue Wege ein und bittet die potenziellen Käufer, Vorschläge für eine Umbenennung des Produkts zu machen.

Ausgehend von einem Review im Boston Globe, das im ersten Satz die Produktbenennung als »schrecklich« bezeichnet, hat Kodak-Chefbloggerin Jenny Cisney (eine laut Advertisting Age »Woman To Watch 2009«) zum Crowdsourcing aufgerufen.

Kodak hat in den letzten 5 Jahren mit vielen historischen Entscheidungen Unternehmen und Unternehmenskultur von der analogen in die digitale Welt gebracht und sich im Social Media Bereich breit aufgestellt (mit überraschend guten Social Media Tips (leider PDF)). Das ist für den nach wie vor weltweit größten Lieferant von Filmmaterial noch recht überschaubar und teilweise unerträglich retro, aber dieses Interview zeigt die längerfristigen Strategien auf.

Es hat noch nicht ganz »Klick« gemacht...

Chris Brogan, Century 21: Moving budgets to Interactive Media



Letzten November riet Chris Brogan, Social Media Consultant aus Boston, "Budgets in den Social-Media-Bereich zu verschieben" - es sei ganz einfach die richtige Zeit dafür.

Dieser Tage beschäftigen wir uns mit einer Markteinschätzung von Forrester Research für die Entwicklung bis 2014, die dem Social Media Marketing Sektor eine Wachstumsrate von 34% verspricht.

Jetzt ist die Zeit hierzulande gekommen: Es ist evident, dass die "Reaktionszeit" des deutschsprachigen Raums auf Entwicklungen aus den USA kürzer wird, und so rechnet Dieter Rappold im Knallgrau Blog, dass die österreichischen Budgets im Interactive Media Bereich bereits jetzt 10% höher sein müssten.

Chris Brogan ist sich auch einig mit Jeff Jarvis, das sich die Werbewelt im Wandel befindet. Jarvis schreibt in "Was würde Google tun?", wie er die Zukunft der Werbung einschätzt: aus klassischen Medien wird abgezogen, in neue Medien wird investiert.

Ein weiters interessantes Video (von Jänner 2009) zum Anteil von Interactive Media in Werbebudgets am Beispiel Century 21, einem internationalen Real Estate Franchise Unternehmen mit der fünft-meistbesuchten Kundenwebseite:



CEO Tom Kunz spricht bei Minute 3:20 über die Budgetverteilung für 2009 - TV-Etats werden nach 30 Jahren nicht nur zurückgeschraubt, sondern zu 100% in Onlinemedien investiert.

Jeff Bezos erklärt, warum Amazon Zappos.com übernimmt



Der 22. Juli war ein wichtiger Tag in der Geschichte von Zappos.com, schreibt CEO Tony Hsieh an seine Mitarbeiter. An diesem Tag hat der globale Riese Amazon den gut wachsenden US-Onlineshop für Schuhe übernommen.

Sofort fragen unter anderem Seth Godin und Joshua Porter "warum?". Die Antwort ist: Zappos hat eine starke und vitale Unternehmenskultur, die auch Grund für die engen und funktionierenden Kundenbeziehungen ist.

Jeff Bezos, der mit Amazon zu Beginn nur Bücher verkaufte (mehr Details im Video), tritt heute vor allem als Investor und Berater auf, bei 37signals aus Chicago investiert er exklusiv. Im Video erzählt er "everything I know - a short list". Unbezahlbar!

Interessant: das Video liegt auf keinem offiziellen Channel (als Name dient ein in der Zukunft liegendes Datum) und auch die Qualität (des Bildes, nicht des Gesagten) lässt "Spielraum nach oben".

Kevin Spacey, David Letterman, Armin Wolf, Twitter



Kevin Spacey erklärt David Letterman, einer Ikone des klassischen Mediums Fernsehen, das Phänomen Twitter (via). Anders als Puff Daddy bei Ellen sendet Spacey auch wirklich einen Tweet während der Sendung ab. Und diese Authentizität führte wohl auch zur unglaublichen Following/Followers-Ratio von 1:200.000 - das schaffen nicht viele der Top Twitterer.

Und: anders als David Letterman ("the twitter... how much does it cost?") tut sich ZIB2-Anchorman Armin Wolf nicht schwer mit Twitter, außer wenn er merkt dass es auch Arbeit ist ("...hat meinen Stress deutlich erhöht"), wie er im Interview mit Ritchie Pettauer im Rahmen des Werbeplanung Summit erzählt.

Fazit: immerhin sendet CBS auf YouTube hochqualitatives Video in voller Länge. Anders als der ORF.

Michael Wesch: "The Machine is (Changing) Us"



Michael Wesch ist US-Professor of the Year für Kulturanthropologie an der Kansas State University und produziert in regelmäßigen Abständen historische Videos mit Millionenpublikum.

Am Personal Democracy Forum im New Yorker Lincoln Center sprach er über "YouTube and the Politics of Authenticity" und beleuchtete die (gesellschafts-)politischen Veränderungen und deren Auswirkungen auf unsere Kommunikation und die Medienwelt. Frei nach Marhsall McLuhan also, der sagte "we shape our tools, thereafter our tools shape us".

Social Media is the new Punk Rock



Dieses großartige Video von Engage ORM vergleicht die Eigenschaften der Punk Ära mit der heutigen Social Media Welt: "Real punks were always about Passion and Participation, rather than Posing or Profit."

Engage ORM (YouTube) ist eine australische Reputation Management Agentur, gegründet vom PR-Guru Gerry McCusker (LinkedIn), Autor des Blogs PR-Disasters.com.

via Christian