Eine andere Dimension des Real-Time Web: inzwischen werden weltweite soziale Phänomene nicht mehr Jahre später, sondern bereits während deren Entwicklung filmisch beleuchtet. Der Trailer für den Film über die Entstehungsgeschichte von Facebook - The Social Network. Teil zwei ist wohl vorprogrammiert.
Blaise Aguera y Arcas hat diese Woche bei den TED Talks eine neue Kartentechnologie von Microsoft vorgestellt und so eine gute Gelegenheit geschaffen auf die Entwicklungen im Bereich 3D und Augmented Reality hinzuweisen.
In Verbindung mit haptischen User-Interfaces wie sie nun auch am iPad in der Welt der alltäglichen Computernutzung Einzug finden werden, sind wir also nicht mehr weit von futuristischen Interfaces, wie aus dem Film Minority Report, entfernt.
Sonntag hab ich auf arte den spannenden "Die drei Tage des Condor" gesehen: ein Spionagekrimi von Sydney Pollack aus dem Jahr 1975, mit Robert Redford und Faye Dunaway.
Was hat sich seit damals verändert? Telefonie klingeln nicht mehr so laut, die Türme des World Trade Center stehen nicht mehr und ihr Einsturz gehört zu den meistgesehenen Ereignissen des Jahrzehnts. Und was damals als ultramodern von der CIA eingesetzt wurde, ist heute alltäglich.
Was hat sich nicht verändert? Nach wie vor gelten amerikanische Filme als Speerspitze des technisch machbaren und zeigen ihre Vision des "Ultramodernen".
Der Mann dahinter: Mark Coleran. Er gestaltet die atemberaubenden, aber nur mehr oder weniger ernst zu nehmenden Interfaces, die in Avatar oder CSI über Bildschirme in aller Welt huschen. Gizmodo hat ihn ausführlich und treffend gewürdigt: Ridiculous User Interfaces In Film, and the Man Who Designs Them.
Hier sein Showreel:
Und dank User generated content wissen wir, wie die New Yorker Straße, in der die ersten Szenen von "Die drei Tage des Condor" gedreht wurden, heute aussieht.
Damit sind sie nicht allein. Auch Google hat mit YouTube XL zumindest die Oberfläche für den Schritt ins Wohnzimmer parat, und Microsoft versucht auch heuer wieder, das Mediaroom Konzept voranzutreiben.
Ganz andere Zukunftsvisionen hat Tyler Brûlé, ehemaliger Fernsehjournalist und Gründer des Kultmagazins Wallpaper (1997 an Time Warner verkauft): er glaubt im Interview mit der Zeit, "Zuschauer würden sich über den Luxus von weniger Auswahl freuen. Es gibt viele, die sich nach den Zeiten zurücksehnen, als man zum Beispiel BBC 2 oder das ZDF einschalten konnte und einen Abend mit guten, solide gemachten Programmen verbrachte und einfach nur auf der Couch saß. Man bekam ein gutes Programm geboten. Da besteht die Chance für ein neues Modell, für den neuen Kanal: zu den guten, alten Zeiten des Fernsehens zurückzukehren."
2009 hat verdeutlicht, wie wichtig sogenannter Citizen Journalism für Nachrichtenunternehmen geworden ist: Nachrichten entstehen in Echtzeit, jeder von uns kann der Absender sein, verbreiten sich von selbst und "werden zu mir finden, wenn sie wirklich wichtig sind".
Jetzt will Google mit YouTube Direct den Amateur- und Berufsjournalismus technisch noch näher zusammen bringen. Vorreiter wie die Huffington Post aber auch die gute alte Washington Post haben das Prinzip bereits getestet.
Normalerweise nur in Klatschspalten, hat sich Prince Philip letzte Woche durch Kritik am Design von Fernsehgeräten Gehör verschafft. Im Interview mit Kevin McCloud spricht er überraschend kompetent über seine Leidenschaft für Design.
Ursprünglich sollte hier das Video "What is Google Wave?" zu sehen sein – ein Hilferuf für eine von 100.000 Einladungen zur Preview zu bekommen; aber auch eine sehr gut gemachte Erklärung, warum Wave der Versuch eines Evolutionsschritts vom vor 40 Jahre erfundenen Email ist. Das Video hatten innerhalb von zwei Tagen eine Viertel Million Menschen gesehen.
Dann aber entdeckte ich im "Quell-Channel" des Videos das noch interessantere "How the Internet is Changing Advertising" - ein Lehrvideo über die Möglichkeiten von Online Kommunikation mit der Kernaussage, dass jedes Medium seine eigenen Stärken hat, eine Botschaft zu verbreiten: das war im Print Text und Bild in Form von Anzeigen, beim Radio der gesprochene Text und Musik, beim Fernsehen kam das überzeugende Bewegtbild dazu – im Social Web der Gegenwart ist es der Mechanismus des Sharing, der zum Beispiel von gut gemachten Viral Videos angestoßen werden kann.
Und: anders als David Letterman ("the twitter... how much does it cost?") tut sich ZIB2-Anchorman Armin Wolf nicht schwer mit Twitter, außer wenn er merkt dass es auch Arbeit ist ("...hat meinen Stress deutlich erhöht"), wie er im Interview mit Ritchie Pettauer im Rahmen des Werbeplanung Summit erzählt.
Fazit: immerhin sendet CBS auf YouTube hochqualitatives Video in voller Länge. Anders als der ORF.
Startup Lucky sendet übrigens auch live - mit der Möglichkeit dem Interviewgast via Twitter Fragen zu stellen.
Und: wie jedes Startup ist auch das Video von Sponsoren unterstützt - das Interview beginnt etwa bei Minute 1:40 - Startup Lucky bietet dafür Einblick in ihr Partner- und Werbeprogramm.