Social Film – Die Zukunft der Filmindustrie?
Du sitzt im Kino, siehst dir einen Thriller an. Getuschel, Cola–Geschlürfe, Chips-Geknabber. Der Hauptdarsteller steht vor einem verlassenen, dunklen, knarrenden Haus. Er ist gerade dabei, es zu betreten. Suspense-Music dringt dir an die Ohren. Der Kinosaal hält förmlich den Atem. Mitfiebernd, willst du dem Protagonisten am liebsten zurufen „Geh da nicht rein!“ – doch er tut’s natürlich trotzdem.
Das geht auch anders. „Social Film“ nennt sich eine neue Variante des user-generated content. Hier bestimmt die Community, wie die Handlung eines Films weitergeht. The Inside Experience baut auf diesem Prinzip auf. Via Facebook, Twitter, oder YouTube können User in Realtime mit der Titelrolle interagieren und so den Ausgang der Geschichte mitbestimmen. Die von der Community bestimmten Entwicklungen werden dann in Videoform veröffentlicht. Wobei hier geschickt user-generated content mit vorab gedrehten Szenen vermischt wird.
Dieses komplett neue Genre wird durch D.J. Caruso (u.a. Disturbia) entsprechend in Szene gesetzt, während Emmy Rossum (u.a. Mystic River, The Day After Tomorrow) die Hauptrolle übernimmt.
Dass dieses Format funktioniert, zeigen die Zahlen: 4,8 Mio. Video-Views, 12.000 YouTube-Subscriber, 3000, bzw. 4000 Follower auf Twitter und 20.000 bzw. 50.000 Fans auf Facebook – die im aktiven Austausch miteinander stehen.
Ob sich dieses Genre in der Filmbranche durchsetzen wird, bleibt wohl abzuwarten. „Social Film“ ist jedoch ein weiteres Zeichen dafür, dass sich der Trend der sozialen Medien auf immer mehr Lebensbereiche ausbreitet. So wurde beipsielsweise mit „Life in a Day“ bereits die erste Crowd-Sourced-Dokumentation erfolgreich in den amerikanischen Kinos gelauncht.
