Die vorangegangene Keynote von Reichenstein hat der Sydney Morning Herald vorbildlich im Video Archiv. Sein Vortrag dreht sich vor allem um Design und das Interface von Nachrichten online (u.a. mit Krone.at Case), mit vielen Ideen Richtung Wikis, Brands, Werbung und APIs.
Im ersten Video spricht Monty während einer Ford Messetour über die Geschichte von Social Media Marketing und dessen Rolle für Großunternehmen und internationale Marken. Nach seinem Einstieg im Juli 2008 - also erst vor eineinhalb Jahren - hat er es gemeinsam mit CEO Alan Mulally geschafft, Social Media Aktivitäten auch in die Gesamtstrategie des Unternehmens einzugliedern. Und immerhin hat Ford im Q3/2009 einen satten 997 Millionen Dollar Profit hinlegen können.
Das zweite Video ist ein Interview mit dem Social Media Examiner Blog (das leider in den ersten 2 Minuten mit Marketing-Blabla zum neuen Auto beginnt, danach aber sehr interessant wird). Im Gespräch macht er auch klar, dass eine strategische Ausrichtung nur mit Unterstützung der Unternehmensführung funktionieren kann, die dann im besten Fall nicht nur Marketing und PR tragen, sondern durch alle Unternehmensbereiche (zB Innovation) greift.
Im Rahmen der Konferenz hat Suzi Craig (Blog, Twitter) die Serie "1 Question, 1 Minute" gefilmt und zahlreiche Teilnehmer interviewt. Die Frage dabei war: "What does the face of business look like in 5 years - a pimply teenager, a rock star, a GQ sales guy, a stay at home mom?"
Zweite Antwort kommt von Chris Brogan, der ganz treffend sagt: "es wird ein bekanntes Gesicht sein, das man kennt und dem man vertraut" und damit darauf anspielt, dass Kaufentscheidungen durch Empfehlung von Freunden viel schneller fallen als durch klassisches Persuasive Advertising.
Ursprünglich sollte hier das Video "What is Google Wave?" zu sehen sein – ein Hilferuf für eine von 100.000 Einladungen zur Preview zu bekommen; aber auch eine sehr gut gemachte Erklärung, warum Wave der Versuch eines Evolutionsschritts vom vor 40 Jahre erfundenen Email ist. Das Video hatten innerhalb von zwei Tagen eine Viertel Million Menschen gesehen.
Dann aber entdeckte ich im "Quell-Channel" des Videos das noch interessantere "How the Internet is Changing Advertising" - ein Lehrvideo über die Möglichkeiten von Online Kommunikation mit der Kernaussage, dass jedes Medium seine eigenen Stärken hat, eine Botschaft zu verbreiten: das war im Print Text und Bild in Form von Anzeigen, beim Radio der gesprochene Text und Musik, beim Fernsehen kam das überzeugende Bewegtbild dazu – im Social Web der Gegenwart ist es der Mechanismus des Sharing, der zum Beispiel von gut gemachten Viral Videos angestoßen werden kann.
Gensemer betont immer, dass die Botschaft wichtiger ist als die Funktionalität oder die Technologie und dass letzteres immer nur als Mittel zum Zweck dienen kann, aber gut und einfach funktionieren sollte und sehr wohl einen Unterschied macht. Weiters spricht er über die "Nimble Young Minds" in seinem Team und wie essentiell es ist, sich mit dem Kampagnenziel zu identifizieren – was bei typischen "Guten Zweck"-Projekten von NGOs vielleicht leichter fällt, dafür diese Kunden aber kein "easy sell" sind.
Schließlich gehört zur Verbreitung der Botschaft die User Experience und der gefühlte persönliche Austausch mit der Kampagne. Viele kleine Schritte und individualisiertes Messaging nähren Courage und Partizipation.
Der Nachhall der Obama-Kampagne nimmt kein Ende - im November erscheint eine Art Kunstbuch von Design Director Scott Thomas, das vor allem graphische Auseinandersetzungen zeigt.
Am 19. Mai fand in New York das Social Media Bootcamp statt, diesmal mit Fokus auf Brands und Agencies. Im Rahmen der Veranstaltungen plauderten Fred Wilson und John Borthwick, beide investierten früh in Twitter, über ihre Sicht auf die spannende Zukunft von Social Media: beide sind der Meinung dass die inhaltliche Aggregation und Filterung von Social Media Channels (Twitter, Facebook, aber auch Blogs) in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle spielen und Wachstum zeigen wird.
Mit etwas schlechterer Kameraführung eingefangen: Seth Goldstein, CEO von socialmedia.com, spricht über die neuen Möglichkeiten und Formen der Werbung im Web:
Nicht nur beherrschen die Mitarbeiter rund um die Gründer Jake Nickell und Jacob DeHart das Prinzip Crowdsourcing auf einzigartige Weise, sie haben auch alle Social Media Tools für die Förderung von Kult und Kultur rund um ihre Marke fest im Griff: seien es der direkte Kontakt zu den 450.000 Followern auf Twitter oder Video Contests (live) und T-Shirt Galerien (mit Shop-Anbindung) auf der Facebook Page - zentral ist die gelebte Brand Love und die Reputation, eine der aktivsten, produktivsten und antwortschnellsten Communities hinter sich (oder vor sich) zu haben.
Auch die Nebenschauplätze dieses Interviews sind interessant: Threadless betreibt den Vimeo-genährtenVideoblog Tee-V (war auch im Best Practise Pool bei der Entwicklung von knallgrau.tv) und Jolie O'Dell betreibt einen (über die Inhalte hinaus) überraschend andersartigen YouTube-Channel.
Erklärt wird im Video das Wesen von Status Updates, wie sie vor allem bei Twitter, Facebook oder auch bei MySpace, LinkedIn oder XING in Verwendung sind.
Viele verschiedene Update-Dienste brauchen natürlich ein zentrales Service - beim Video handelt es sich um ein gut gemachtes Werbevideo für quub.com, ein neues (noch in beta befindliches) Tool für besser organisiertes Microblogging.