Johannes B. Kerner über Twitter: "Ist ja alles nicht wichtig"



Darüber kann man sich entweder amüsieren, oder sich ordentlich ärgern: Johannes Kerner mokiert sich in seiner ZDF-Show am 22. September über einen Fake Twitter Account, der auf seinen Namen lautet. Gemeinsam mit seinen großteils journalistischen Studiogästen wird höchst ignorant und abwertend über das in den letzten Monaten weltweit am schnellsten gewachsene Social Media Tool gesprochen.

Selbst ZDF-heute Anchorman Steffen Seibert weiß nicht "was er damit sollte", bringt aber zumindest das Iran-Beispiel als Ausnahmefall. Ein schönes Vorbild wie hierzulande Armin Wolf (gestern nahezu zeitgleich) kommt nicht zur Sprache.

Für all das gibt's im Studio inszenierten Applaus, das Feedback im betroffenen Kanal schaut anders aus: http://search.twitter.com/search?q=kerner+twitter

PS: Bezüglich dem vielen Halbwissen ("ich weiß nicht wie das rechtlich ist") über Fake Accounts - in den USA überprüft Twitter seit einigen Monaten die Echtheit vor allem von Celebrity Accounts und versieht diese mit dem Siegel "Verified Account". Und schöne Siegel sind doch auch etwas, womit Menschen wie Kerner oder Letterman was anfangen können.

PPS: einen längeren Ausschnitt ("Twitter ist die Pest") der Sendung, die ursprünglich die deutsche Bundestagswahl als Thema hatte, findet sich auf Twitreel und in voller Länge in der äußerst schlecht verlinkbaren ZDF Mediathek.

3 Kommentare

Den nervts halt, dass Twitter mehr Leute erreicht, als er mit seiner Sendung
Journalistische Qualität vs. Twitter?

Hat der Herr Kerner etwa Angst, dass ein (neues?) Medium ihm seine Zuschauer klaut und die Einschaltquote in den Keller geht? Er hat ja wenigstens noch die Werbeeinnahmen seine Margarine-Wurst-Whatever-Spots.

Übrigens: ich kenne Tweets, die werden gut vorbereitet - im Gegensatz zu einigen Beträgen aus Talkshows (O-Ton: das haben wir nicht vorbereitet) - journalistische Qualität?

Würde Herr Kerner seine Praktikanten ein wenig länger recherchieren lassen, würde er feststellen, dass es geprüfte Accounts (zumindest in den USA) gibt. Diese Info stand wahrscheinlich nicht auf der ersten Seite bei Google, als er/sein Team zu diesem Thema "recherchiert" hat.
Ich sehe das ganz positiv. Verweigerer gibt es immer, doch immerhin hat J.B.Kerner dazu beigetragen, dass zu einer TV-Prime Time Social Media Tools besprochen werden. Das ist doch der wirklich gute Aspekt daran. Polarisierung hilft durch Emotion Themen wesentlich zu vergrößern!

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